Diabetische Fußversorgung – Ehrle Gesundheits Centrum Hegau

Unsere Leistungen

Diabetische Fußversorgung

Spezialisierte Versorgung für den diabetischen Fuß nach den Leitlinien der DDG – von der Risikoklassifizierung bis zum individuell gefertigten Schuh.

Spezialisiert nach DDG-Leitlinien

Wo andere Schuhe aufhören, fängt Prävention an.

Diabetes verändert den Fuß – oft schleichend und unbemerkt. Polyneuropathie nimmt das Schmerzempfinden, Durchblutungsstörungen verzögern die Heilung, und kleine Druckstellen können sich zu schweren Wunden entwickeln. Der diabetische Fuß ist eine der häufigsten Komplikationen, die zu Krankenhausaufenthalten und Amputationen führt. Dabei lässt sich das Risiko mit der richtigen Versorgung drastisch senken.

Wir haben uns auf genau diese Aufgabe spezialisiert und arbeiten nach den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Wir kennen die Risikoklassen und arbeiten eng mit Hausärzten, Diabetologen, Kliniken und Fußambulanzen zusammen – damit Diagnostik und Versorgung Hand in Hand gehen. Die Diagnostik stellt Ihr Arzt; wir beurteilen den Fuß und fertigen Schuhe und Einlagen, die nicht nur passen, sondern schützen.

Handwerkliche Fertigung diabetischer Fußversorgung

Handwerk und medizinisches Fachwissen gehen bei der diabetischen Fußversorgung Hand in Hand.

Von der Diagnostik bis zur Nachsorge

Der Weg zur sicheren Versorgung

01

Erstberatung & Fußinspektion

Wir beginnen mit einer gründlichen Sichtprüfung Ihrer Füße. Wie steht es um die Haut, die Nägel, die Druckstellen? Im Gespräch klären wir Ihre Vorgeschichte, Ihren Diabetes-Typ und die bisherige Versorgung.

02

Beurteilung & Pedobarografie

Die medizinische Diagnostik stellt Ihr behandelnder Arzt. Wir beurteilen den Fuß handwerklich, dokumentieren den Status und ordnen ihn der ärztlich festgelegten Risikoklasse zu. Mit der Pedobarografie – einer dynamischen Druckverteilungsmessung an der Fußsohle – erfassen wir Spitzendrücke und Gangbild und entwickeln daraus den passenden Versorgungsplan.

03

Individuelle Versorgung

Ob Diabetes-Schutzschuh, adaptierter Schuh mit weichbettender Einlage oder orthopädischer Maßschuh – die Versorgung wird passgenau auf Ihre Risikoklasse und Fußform abgestimmt. In unserer Werkstatt fertigen wir alles selbst.

04

Regelmäßige Kontrolle

Der diabetische Fuß verändert sich. Wir prüfen den Zustand Ihrer Schuhe und Einlagen, kontrollieren neue Druckstellen und passen die Versorgung bei Bedarf an. Gemeinsam mit Ihrem Arzt behalten wir die Entwicklung im Blick.

Jeder Schuh, der einen diabetischen Fuß schützt, ist eine Amputation, die nicht stattfindet.

Ehrle Gesundheits Centrum Hegau – Meisterbetrieb seit 1924

Indikationen

Wann ist eine diabetische Fußversorgung notwendig?

Nicht jeder Diabetes-Patient braucht sofort einen Spezialschuh. Aber wenn eines der folgenden Risiken vorliegt, ist eine fachgerechte Versorgung entscheidend.

Polyneuropathie

Wenn das Schmerzempfinden nachlässt, werden Druckstellen und Verletzungen nicht mehr wahrgenommen – ein Schuh muss dann aktiv schützen.

Durchblutungsstörungen

pAVK und Mikrozirkulationsstörungen verzögern die Wundheilung. Druckfreie Bettung ist dann überlebenswichtig für das Gewebe.

Fußdeformitäten bei Diabetes

Hallux valgus, Krallenzehen oder Spreizfuß – in Kombination mit Diabetes steigt das Risiko für Druckgeschwüre erheblich.

Druckstellen & Ulcera

Bestehende oder abgeheilte Wunden am Fuß erfordern eine Versorgung, die Druck gezielt umverteilt und Rezidive verhindert.

Charcot-Fuß

Die diabetische Neuroosteoarthropathie verändert die Fußarchitektur grundlegend. Hier braucht es orthopädische Maßschuhe mit spezieller Bettung.

Nach Amputationen

Zehenamputationen oder Teilfußamputationen verändern die Biomechanik. Prothesen, Einlagen und Schuhe müssen das Gangbild stabilisieren.

Gut zu wissen

Risikoklassen nach DDG-Leitlinie

Die ärztliche Einstufung in eine Risikoklasse bestimmt die Regelversorgung. Wir orientieren uns dabei an der aktuellen Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß in der DDG (Stand 2024).

Klasse
Befund
0
Diabetes mellitus ohne PNP/pAVK
Fußgerechte Konfektionsschuhe; Aufklärung und Beratung.
I
Wie 0, mit Fußdeformität
Orthopädieschuhtechnische Versorgung aufgrund orthopädischer Indikation.
II
Sensibilitätsverlust durch PNP / relevante pAVK
Für DFS geeigneter Schuh mit herausnehmbarer Weichpolstersohle; bei Zusatzkriterien Spezialschuh mit diabetes-adaptierter Fußbettung (DAF).
III
Zustand nach Ulcus
Spezialschuh bei DFS mit DAF, ggf. mit orthopädischer Schuhzurichtung.
IV
Wie II + III mit Deformitäten oder Dysproportionen
Orthopädische Maßschuhe mit DAF, nicht nach konfektioniertem Leisten zu versorgen.
V
Inaktive CNO (Charcot-Neuro-Osteoarthropathie)
Knöchelübergreifende orthopädische Maßschuhe mit DAF, Innenschuhe oder Orthesen.
VI
Wie II mit Fußteilamputation
Versorgung wie Klasse IV + V, ggf. mit Prothesen.
VII
Akute Läsion oder aktive CNO
Wundtherapieschuhe, kniehohe Orthesen oder Vollkontaktgips (TCC) – je nach Befund und ärztlicher Verordnung.

Vereinfachte Darstellung nach der Leitlinie „Schuhversorgung beim diabetischen Fußsyndrom" (DDG, Stand 21.02.2024). Untergruppen (IIa/b, VIIa–d) und Einzelfallregelungen besprechen wir individuell mit Ihnen und Ihrem behandelnden Arzt.

Beratung zur diabetischen Fußversorgung

Bringen Sie Ihr Rezept mit oder lassen Sie sich unverbindlich beraten – wir nehmen uns Zeit für Ihre Situation.